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Arbeitsweise

Der Hauptteil der Beratung durch die Fluglärmkommission erfolgt in den fünf jährlich stattfindenden Sitzungen. Bei besonders komplexen Sachverhalten werden die Themen vorab in Arbeitsgruppen für die Plenumssitzungen aufbereitet. Darüber hinaus werden vom Vorstand der Fluglärmkommission Beschlussvorschläge für die Beratungen erarbeitet und den Mitgliedern vorab zur Verfügung gestellt. Die Mitglieder der Fluglärmkommission beraten dann auf den Sitzungen die einzelnen Vorschläge für Beschlüsse, Stellungnahmen und Positionspapiere, welche anschließend verabschiedet und veröffentlicht werden.

Die Arbeit der Fluglärmkommission basiert dabei seit Jahrzehnten auf folgenden Grundsätzen:
  • Priorität auf der Entlastung der besonders stark Betroffenen im Nahbereich des Flughafens

  • Primat des Lärmschutzes vor der Schadstoffreduzierung im Nahbereich des Flughafens

  • Die Fluglärmkommission misst dem Schutz der BewohnerInnen vor Fluglärm im Nahbereich von Flughäfen größeres Gewicht bei als dem Schutz vor Luftschadstoffen. Hintergrund ist, dass durch die Verkürzung der Flugrouten im Nahbereich eines Flughafens verhältnismäßig wenig Schadstoffemissionen vermieden werden können. Den vor allem klimaschädlichen Auswirkungen des Luftverkehrs können auf deutlich effektivere Weise begegnet werden, z. B. durch bessere Auslastung der Flugzeuge Verlagerung von Flügen auf umweltfreundlichere Verkehrsträger und durch die Optimierung der Gesamtflugstrecken. Hinzu kommt, dass die bisherigen untersuchungen von Luftschadstoffen im Nahbereich von Flughäfen bisher keine Grenzwertüberschreitungen der kontrollierten Luftschadstoffe ergeben haben. Demgebenüber erreicht der Fluglärm im Nahbereich von Flughäfen schnell ein gesundheitsgefährdendes Niveau, das auch durch passive Schallschutzmaßnahmen nicht hinreichend vermieden werden kann, weil diese im Außenbereich gar nicht wirken und auch innerhalb der geschützten Gebäude nur völlig unzureichende Wirkung entfalten, wie Studien ergeben haben. Bei Vorliegen einer anderen Erkenntnisgrundlage. z. B. im Bereich von Ultrafeinstaub oder anderen Schadstoffen, wird die Fluglärmkommission diesen Grundsatz neu beraten.

  • Ausgewogene Bearbeitung der Prüfanträge bezogen auf das gesamte Flughafenumland

  • Beurteilung von Maßnahmen u. a. anhand der Frankfurter Fluglärmindizes
Bei der Beurteilung von Maßnahmen mit lärmverteilender Wirkung besteht die Fluglärmkommission auf vergleichenden Fluglärmberechnungen, welche die gesamte Fluglärmsituation, also die gesamte An- und Abflugsituation bezogen auf beide Betriebsrichtungen, berücksichtigt. Für diese Fluglärmberechnungen stützt sich die Fluglärmkommission Frankfurt auf denvom Forum Flughafen und Region entwickelten und im Jahr 2019 aktualisierten Frankfurter Fluglärmindex (FFI 2.0). Darüber hinaus werden auch weitergehende Betrachtungen, z. B. zur Entwicklung der Dauerschall- und Einzelschallpegel, angestellt (z. B. bei der Beurteilung der Lärmpausen-Modelle).
  • Arbeit im Gesamtinteresse der Rhein-Main-Region - Nichtöffentlichkeit der Sitzungen
Zum Selbstverständnis der Mitglieder der Fluglärmkommission gehört es, sich fachlich und unabhängig von der eigenen Interessenlage mit dem Thema Fluglärm auseinanderzusetzen und hierbei zum Wohle der gesamten Rhein-Main-Region tätig zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sichergestellt sein, dass die Entscheidungsfindung effektiv, funktionsfähig und neutral abläuft.

Die meisten Lärmschutzmaßnahmen sind - trotz z. B. eindeutiger Entlastungswirkung für die am stärksten betroffenen BürgerInnen bzw. für die gesamte Rhein-Main-Region - mit Belastungen anderer Gebiete verbunden, wenn auch in geringerem Maße. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn eine Flugroute von einem dicht besiedeltem Gebiet in ein wenig besiedeltes Gebiet verlegt werden soll. Damit solche Maßnahmen mit eindeutiger Lärmbilanz gleichwohl durch ein homogenes Beratungsergebnis der Fluglärmkommission ermöglicht werden, ist es notwendig, dass die VertreterInnen der verschiedenen Insitutionen unbedrängt rein fachlich orientierte und nicht politisch - oder am öffentlichen Druck ausgerichtete - Entscheidungen treffen können. Ermöglicht wird dies durch die Vertraulichkeit der Beratungen. Die Sitzungen des internen Beratungsgremiums Fluglärmkommission finden deshalb nicht öffentlich statt.



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