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Beratung in der Fluglärmkommission im März 2011


Die Fluglärmkommission befasste sich auf den Sondersitzungen am 25.1.2011 und am 3.3.2011 sowie auf der 211. FLK-Sitzung am 9.3.2011 mit der Beratung zur Südumfliegung.

Technische Ursache
Technische Ursache für die Notwendigkeit einer Südumfliegung war die notwendige unabhängige (d. h. selbstständige) Nutzung der Landebahn Nordwest für Landungen und der Centerbahn für Starts. Bei abhängiger Nutzung der Bahnen müssen bestimmte Sicherheitsabstände zwischen den landenden und startenden Flugzeugen eingehalten werden. Diese erhöhten Staffelungsabstände führen dazu, dass weniger Flugverkehr abgewickelt werden kann. Nur mit der durch die unabhängige Nutzung der Bahnen eröffnete Möglichkeit, deutlich mehr Verkehrsmengen abwickeln zu können, konnte das Ausbauziel von 126 Flugbewegungen pro Stunde erreicht werden. Damit die Flugverfahren auf der Landebahn Nordwest und der Centerbahn tatsächlich unabhängig voneinander waren, durften die Flugrouten der beiden Bahnen nicht zu nahe beieinander liegen bzw. sich nicht kreuzen. Dabei mussten auch die routinemäßig stets einzurichtenden Flugrouten für abgebrochene Landungen, sog. Fehlanflüge bzw. Durchstartmanöver, betrachtet werden. Das Fehlanflugverfahren für Anflüge auf die Landebahn Nordwest und die bisherigen Nordwestabflüge von der Centerbahn lagen zu dicht beieinander - ein unabhängiger Betrieb beider Bahnen war unter diesen Umständen nicht möglich. Beide Flugrouten mussten deshalb räumlich voneinander getrennt werden. Hierfür wurden die Abflüge von der Centerbahn nach Süden geführt (sog. Südumfliegung).

Beratungsgrundsatz
Die Mehrheit der kommunalen Mitglieder der Frankfurter Fluglärmkommission lehnte einen Ausbau des Rhein-Main-Airports aufgrund der damit verbundenen unvertretbar hohen Fluglärmbelastung im Rhein-Main-Gebiet ab. Die Kommission war deshalb grundsätzlich auch nicht bereit, im Rahmen ihrer Beratungsbeteiligung Verantwortung für die Gesamtplanung des An- und Abflugstreckensystems im Kontext des Flughafenausbaus zu übernehmen.
Von dieser Ablehnung einer Beteiligung an der Flugroutenplanung für den Ausbaufall wurde bei der Südumfliegung jedoch eine Ausnahme gemacht, weil insbesondere kommunale Vertreter (z. B. Nauheim) eine Optimierungsmöglichkeit der durch die DFS im Planfeststellungsverfahren bekannt gemachten Flugroute erkannten: Die bis dato geplante Flugroute führte direkt über das Stadtgebiet von Nauheim. Die Mitglieder der Fluglärmkommission sahen sich in der Verantwortung, die sich aufdrängende Optimierungschance für die Bewohner von Nauheim zu ergreifen und Alternativen zu entwickeln. Die Kommission sah es deshalb als erforderlich an, sich mit verschiedenen Varianten der Südumfliegung intensiv zu befassen und den durch sie verursachten Lärm zu ermitteln.

Berechnete Varianten

Berechnungsergebnisse

Präs. Fr. Barth auf FLK-Sondersitzung am 3.3.2011, Berechnungsergebnisse
PDF-Datei, 4,23 MB
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Karten-Quelle: Öko-Institut e. V.

Abwägung der FLK
Zwar führt Variante 2 innerhalb der Auswertung eines als besonders hoch betroffen definierten Gebiets von > 60 dB(A) auf Basis der Bevölkerungszahlen von 2008 rechnerisch zu der geringsten Zahl an Hoch Belästigten. Variante 2 ist innerhalb des FTI Gebiets von > 53 dB(A) allerdings deutlich ungünstiger als andere Varianten. Zu berücksichtigen war bei der Bewertung der Variante 2 zudem, dass auf dem Gebiet der Stadt Rüsselsheim derzeit ein Neubaugebiet mit Wohnbebauung entsteht ("Blauer See"), das direkt unter dem Verlauf von Variante 2 liegt und zwar innerhalb des hoch betroffenen Gebiets >60 dB(A). Es wäre von mehr als 1000 zusätzlich Betroffenen auszugehen, die sich bereits dort angesiedelt haben oder in Kürze dort leben werden.
Die FLK kam deshalb zu der eindeutigen Empfehlung, Variante 7 für die Südumfliegung vorzusehen, da diese unter Berücksichtigung der beschriebenen Entwicklung in Rüsselsheim sowohl im FTI Gebiet > 53 dB(A) als auch in den zusätzlichen Auswertungen > 60 dB(A) und > 50 dB(A) zur geringsten Zahl von Hoch Belästigten führen wird.

Beratungsergebnis
Die FLK empfiehlt, dass als sog. "Südumfliegung" bei BR 25 die Variante 7 geflogen wird, da diese im Vergleich zu anderen Varianten geringere Lärmzunahmen im besonders sensiblen Nahbereich auslöst.
Dabei ist zu beachten, dass der Streckenverlauf der Variante 7 im Bereich der Umfliegung von Rüsselsheim-Königstätten und Nauheim so weit östlich gewählt wird, wie dies unter Sicherheitsaspekten im Hinblick auf bestehende Abhängigkeiten mit den Abflügen von der Startbahn West durch die VOR-Unterstützung möglich erscheint.
Darüber hinaus wird die Deutsche Flugsicherung aufgefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um ein frühzeitiges Abdrehen der Flugzeuge nach Norden und Nordwesten südlich von Nauheim und damit ein Verlassen der jetzt festzulegenden Route zum Nachteil von Rüsselsheim zu verhindern.
Im Bereich des Landes Rheinland-Pfalz sollte der Streckenverlauf durch die DFS so gestaltet werden, dass das direkte Überfliegen von Siedlungszentren im Landkreis Mainz-Bingen vermieden werden kann. Eine solche Routenführung darf jedoch nicht dazu führen, dass im Nahbereich nachteilige Abweichungen von der empfohlenen Routenvariante erforderlich werden.

Umsetzung der DFS und des BAF
Sowohl die Deutsche Flugsicherung als auch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung schlossen sich dem Beratungsergebnis der Fluglärmkommission an und setzten die konkrete Lage der Südumfliegung wie folgt um:



Karten-Quelle: DFS Deutsche Flugsicherung GmbH


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