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NORAH - Ergebnisse


Am 29.10.2015 wurden die Ergebnisse der NORAH-Studie veröffentlicht.

Die ADF hat eine Zusammenfassung dieser Ergebnisse in Form eines Briefes erstellt, welchen Sie gerne als Vorlage für eigene Anschreiben an politische Verantwortungsträger verwenden können (siehe unten).

Die wichtigsten Ergebnisse der NORAH-Studie sind:

1. Belästigung
  • Die Anwohner des Frankfurter Flughafens fühlten sich durch Fluglärm mit gleichem Dauerschallpegel stärker belästigt als in früheren Studien. Die Belästigung stieg nach Eröffnung der Landebahn Nordwest im Jahr 2011 zunächst leicht an und sank 2013 wieder ab, blieb aber etwas über dem Niveau von 2011.
  • Auch an den untersuchten Vergleichsflughäfen Köln-Bonn und Stuttgart und im Umfeld des geplanten Flughafens BER lag die Belästigung deutlich über den EU-Standardkurven, die in mehreren nationalen und europäischen Lärmrichtlinien verwendet werden. Im Vergleich zu den Flughäfen Köln-Bonn und Stuttgart fühlten sich die Menschen in Frankfurt bei gleichen Lärmpegeln stärker belästigt.
  • Die Belästigung durch Fluglärm ist viel stärker als die Belästigung durch Straßen- oder Schienenverkehrslärm, sogar dann, wenn diese höhere Pegel aufweisen.

2. Krankheitsrisiken
  • Die Studie konnte bei alleiniger Berücksichtigung der 24h-Dauerschallpegel weder für Herzinfarkte noch für Schlaganfälle eine statistisch signifikante Erhöhung des Risikos durch Fluglärm feststellen (wohl aber durch Straßen- und Schienenverkehrslärm). Wenn jedoch nur Herzfinfarkt-Patienten in die Analyse einbezogen wurden, die bis zum Jahr 2014 verstorben waren, so ergab sich für Pegel ab 60 dB(A) ein statistisch signifikant erhöhtes Risiko (Hinweis auf Beeinflussung des Krankheitsverlaufs). Bei einem Fluglärm-Dauerschallpegel von 55-60 dB(A) zwischen 5 und 6 Uhr erhöhte sich zudem das Herzinfarkt-Risiko um 25% statistisch signifikant. Festgestellt wurden weiter statistisch signifikant erhöhte Risiken bei Personen mit einem vergleichsweise geringen Luftverkehrs-Dauerschallpegel von <40 dB(A), bei denen vor Einführung des Nachtflugverbots in Frankfurt nächtliche Maximalpegel von >50 dB(A) auftraten. Bei diesen Personen war das Schlaganfall-Risiko um 7% und das HerzinsuffizienzrRisiko um 6% erhöht (Hinweis auf Bedeutung der nächtlichen Maximalpegel für Erkrankung).
     
  • Festgestellt wurde ein eindeutiger Zusammenhang von dauerhaftem Straßen-, Schienen- und Flugverkehrslärm zu Depressionen und Herzschwäche. Bei Depressionen zeigte Fluglärm den höchsten Effekt, und zwar eine Zunahme des Risikos zu erkranken von 8,9%, wenn die Fluglärmbelastung um 10 Dezibel zunimmt (Straßenlärm 4,1%, Schienenlärm 3,9%). Bei Herzschwäche zeigte Schienenlärm den höchsten Effekt mit einer Zunahme von 3,1% pro 10 Dezibel Dauerschallpegelerhöhung (Fluglärm 1,6%, bei ausschließlicher Betrachtung der Verstorbenen 3,1%).
     
  • Die Studie konnte (bezogen auf 24h-Dauerschallpegel) bei keiner Verkehrslärmart einen eindeutigen Zusammenhang zu Brustkrebs nachweisen. Allerdings konnte ein statistisch signifikant erhöhtes Brustkrebs-Risiko bei nächtlichen Dauerschallpegeln ab 55 dB(A) zwischen 23 und 5 Uhr  festgestellt werden.
3. Blutdruck
  • Die Studie konnte nicht bestätigen, dass chronischer Fluglärm den Blutdruck siginifikant erhöht. Dieses Ergebnis widerspricht teilweise Hinweisen aus früheren Studien. Die Studie beruht jedoch auf weitaus mehr und genaueren Blutdruck-Messungen sowie genaueren akustischen und Befragungsdaten, als sie in früheren Studien zur Verfügung standen.
  • Auch beim Straßen- und Schienenverkehrslärm zeigten sich in der Gesamtgruppe keine statistisch signifikanten Auswirkungen auf den Blutdruck.
  • Es gab jedoch Hinweise auf besonders empfindliche Personengruppen, die mit einem akuten Anstieg des Blutdrucks auf Verkehrslärm reagierten: Männer, Bluthochdruck-Patienten und Personen, die besonders lärmempfindlich sind. Auch in diesen Teilgruppen war jedoch kein signifikanter Zusammenhang mit chronischem Fluglärm nachweisbar.
4. Schlaf
  • Anwohner am Flughafen Frankfurt schlafen seit Einführung des Nachtflugverbots im Oktober 2011 besser durch. Dennoch fühlen sie sich morgens häufiger müde. Personen, die dem Flugverkehr gegenüber eher kritisch eingestellt sind, schlafen etwas schlechter als Luftfahrtbefürworter.
  • Die Ergebnisse früherer Schlafstudien am Flughafen Köln-Bonn lassen sich aufgrund der unterschiedlichen Flugverkehrssituation (Betriebszeiten, Verkehrsmenge, Flugzeugtypen) nur zum Teil auf Frankfurt übertragen.
  • Bezogen auf die akute Belästigung durch Fluglärm in der vorhergehenden Nacht ergab die Untersuchung: Die Belästigungswahrscheinlichkeit steigt sowohl mit der Zunahme des Mittelungspegels als auch mit der Häufigkeit von Flugereignissen erheblich an. Alt belastete Anwohner sind gegenüber neu belasteten Personen statistisch signifikant stärker belästigt.
5. Lernverhalten von Kindern (bereits Ende 2014 veröffentlichter Teil)
  • Fluglärm verringert die Leseleistungen: 10 Dezibel höhere Dauerschallpegel verzögern das Lesenlernen um 1 Monat, 20 Dezibel höhere Dauerschallpegel führen zu 2 Monaten Leselernverzögerung.
  • Kinder in stark lärmbelasteten Gebieten fühlen sich gesundheitlich weniger wohl als Kinder an ruhigeren Orten.
  • Kinder in stark fluglärmbelasteten Gebieten erhalten häufiger ärztlich verordnete Medikamente. Darüber hinaus ist bei ihnen häufiger eine Sprech- oder Sprachstörung diagnostiziert worden.
  • Fluglärm stört den Unterricht beträchtlich: Der Unterricht wird durch Fluglärm unterbrochen und die Aufmerksamkeit der Kinder abgelenkt.
Nähere Informationen und alle Unterlagen zu den einzelnen Forschungsergebnissen entnehmen Sie bitte den nachfolgenden beiden Internetseiten zur Studie. Eine Videodokumentatin der Konferenz ICANA, auf der am 12.-13.11.2015 die gesamte Studie von den WissenschaftlerInnen vorgestellt wurde, ist zwischenzeitlich auf der Seite des UNH veröffentlicht. Zu sehen sind hierbei auf den Videos parallel auch die Vorträge. Der DFLD hat hierzu die aus Betroffenensicht besonders relevanten Stellen gekennzeichnet (beide Links siehe unten).

Weiter finden Sie hier auch eine Reaktion der WissenschaftlerInnen zu den von anderen Wissenschaftlern nach Veröffentlichung der Studie aufgeworfenen Fragen und Kritik sowie eine Zusammenfassung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fluglärmkommissionen (ADF) in Form eines Briefes an Verantwortungsträger. Zusammenfassungen der Medien können Sie der rechten Spalte entnehmen.

Internetseite NORAH-Studie

(Verweis auf laermstudie.de)
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Dokumentation der NORAH-Studie

(Verweis auf norah-studie.de)
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UNH, ICAN Health 2015 - Videodokumentation

(Verweis auf UNH)
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DFLD, ICANA Health 2015, Videodokumentation mit Anmerkungen

(Verweis auf DFLD)
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Klartext - Wissenschaftler antworten, 4.11.2015

PDF-Datei, 127 KB
(Verweis auf laermstudie.de)
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PM ADF zur 77. Tagung vom 12.-13.11.2015

"Ergebnisse der NORAH-Studie belegen Auswirkungen von Fluglärm auf die Gesundheit"
PDF-Datei, 23 KB
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